TRAVEL DIARY: Marrakech, Morocco

Marrakech – was soll ich sagen? Eine Stadt, die mir die Sinne benebelt hat. Und das lag ganz sicher nicht nur an den vielen leckeren Mojitos mit Massen an leckerer, frischer Minze. Ich bin ja normalerweise recht empfindlich: Mofas mit schwarzen Abgaswolken, Menschenmassen, sehr fremde und harte Sprache… normalerweise brauche ich recht lange, um mich an andere Umstände in Städten zu gewöhnen. Aber Marrakech war anders und hat mich von der ersten Minute in seinen Bann gezogen. Und das ging nicht nur mir mit meinen Mädels so, sondern auch meiner lieben Issy, die gemeinsam mit ihrem Freund genau eine Woche vor uns die Stadt erkundet hat.

Damit wir euch die besten Tipps geben können und auch ihr in der orientalischen Stadt eine unvergessliche Zeit erleben könnt, haben wir uns für das heutige Travel Diary zusammengetan. So können wir euch alle Aktivitäten vorstellen, euch tolle Impressionen von der marokkanischen Stadt zeigen und hoffentlich eure Reiselust ein wenig triggern. Denn wir sind uns einig: Nach Marrakech sollte jeder einmal gereist sind. Und zwar besser heute, als morgen.

AN- UND ABREISE

Marrakech wird aus vielen deutschen Städten direkt und günstig angeflogen. Während ich mit Air Arabia Maroc aus Frankfurt direkt geflogen bin, hat Issy ein günstiges Angebot mit Ryan Air aus Frankfurt-Hahn gefunden. Preislich könnt ihr für den Flug zwischen 90-140€ pro Person rechnen. Da vier bis fünf Tage in der Stadt für den erkundungsfreudigen Tourist ausreichen, empfehlen wir auch, nur mit Handgepäck zu fliegen, sofern normales Gepäck nicht kostenfrei dabei ist. Denkt aber unbedingt daran, noch etwas Platz im Koffer zu lassen, denn auf den Souks lassen sich schöne Souvenirs finden.

Der Flug dauert knapp vier Stunden und ist damit auch gerade noch so für einen Kurtrip perfekt. Falls ihr denkt, Frankfurt wäre ein schöner Flughafen, dann werdet ihr in Marrakech direkt eines besseren belehrt. Ich persönlich habe selten einen so schönen, pompösen und sauberen Flughafen gesehen. Die Einreise dauert seine Zeit – und denkt daran, vor dem Anstellen für die Einreise ein Einreiseformular auszufüllen. Dann geht es raus aus dem Flughafen, wo ihr direkt von Palmen begrüßt werdet: Willkommen in Marrakech! Die Fahrt in die Stadt dauert je nach Verkehr und Lage eures Hotels etwa 20-25 Minuten. Wir empfehlen euch aus Bequemlichkeit, vom Hotel angebotene Transfers zu nutzen.

HOTELS

Da es einen eigenen, ausführlichen Bericht über die von uns besuchten Hotels in der Stadt geben wird, möchten wir an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Falls ihr jedoch gerade an der Reiseplanung sitzt: Wir empfehlen euch, in dieser tollen Stadt keine Ketten oder Jumbo-Hotels zu besuchen. Ein Four Seasons könnt ihr überall haben, einen klassischen marokkanischen Riad nur einmal. Die Stadt ist voll von diesen versteckten kleinen Hotels, die oft auch sehr zentral in der Medina – der Altstadt von Marrakech – liegen. Tolle Inspiration finden wir selbst immer auf Instagram. Wenn ihr selbst nicht mehr warten wollt, bis unser Hotel-Artikel erscheint, könnt ihr auf unseren Accounts stöbern – dann seht ihr gleich, wo wir untergekommen sind.

SOUKS

Die Souks sind wie ein eigener kleiner Stadtteil in der Medina. Hier taucht ihr so richtig in 1001 Nacht ein – denn es ist ein klassischer Bazaar, der typisch marokkanische Produkte verkauft. Taucht ein in diese Welt und lasst euch vom Geschehen treiben. Erkundet die verschiedenen Gänge, in denen ihr unfassbar schöne Teppiche, Sitzpoufs aus Leder, Korbtaschen, Porzellan, Lampen und allerlei mehr entdecken könnt. Während Issy standhaft geblieben ist, haben wir in unserer Mädeslgruppe ordentlich verhandelt und nahmen im Endeffekt zwei Sitzpoufs, handbemalte Eierbecher, eine Korbtasche zum Umhängen, leckeren Tee und Platzsets aus Bast mit bunten Bommeln mit.

Unser Tipp für die Souks: Das gesamte Gelände ist grob in verschiedene Produktkategorien unterteilt. Kauft die Gewürze im Gewürzviertel und die Lampen in der Lampenstraße. Meidet Läden, die eine Mischung aus verschiedenen Produkten anbieten und geht lieber zum Spezialisten, der nur eine Art von Produkten anbietet. Beim Verhandeln müsst ihr knallhart sein: Ihr solltet im Endeffekt etwa 30% des Preises zahlen, den euch der Händler als erstes Angebot nennt. Startet euer Angebot daher bei etwa 10% seines Preises und pendelt euch dann ein. Argumente zählen hier nicht – oft zählt die Körpersprache mehr. Ist das Angebot nicht gut, lauft ein paar Schritte – meistens wird dann noch einmal ein günstigerer Preis hinterher gerufen. Verhandelt weiter, lauft wieder weg – kommt euch der Händler nicht mehr hinterher, wisst ihr: Das war der letzte Preis. Dann könnt ihr euch noch immer überlegen, ob ihr letztendlich darauf einsteigt.

Als Anhaltspunkte: Für einen handgemachten Lederpouf mit Stickerei wie er aus Marokko typisch ist, habe ich umgerechnet 22,50€ bezahlt. Das ist etwa die Hälfte von dem, was ihr für das gleiche Produkt auf Etsy bezahlen würdet – und ihr spart euch den oft teuren Versand (hier ist das günstigste Modell, das wir gefunden haben).

PALAIS BAHIA

Der Palais Bahia liegt am südlichen Rand der Medina und ist eine wahre Perle der marokkanischen Architektur. Hier findet ihr alles, was dafür typisch ist: farbenfrohe Fliesenspiegel, Säulengänge, bemalte Decken und filigrane, handgeschnitzte Holzarbeiten. Ein paar der über 160 Räume sind begehbar und eindrucksvoll, ich persönlich fand die kleinen Riads und Innenhöfe noch eindrucksvoller und schöner. Wer wie ich ein Freund der Symmetrie ist, wird sich hier wohl fühlen. Es gibt viel zu entdecken und zu bestaunen – leider auch von sehr vielen Menschen. Deswegen empfehlen wir euch, kurz vor der Öffnungszeit um 9 Uhr dort zu sein, sodass ihr vor den großen Reisegruppen die Schönheit des Palasts genießen könnt. Danach wird es sehr schnell sehr voll, was nicht nur die ruhige Stimmung beeinflusst, sondern auch eure Fotos.

PALAIS EL BADI

Der Palais Badi liegt nur etwa 100 Meter vom Palais Bahia entfernt und lässt sich dadurch sehr gut in einer Aktivität verknüpfen. Nach dem prunkvollen Palais Bahia wirken die Überreste des El Badi Palace zwar recht heruntergekommen und bider, trotzdem lässt sich erahnen, wie eindrucksvoll und prächtig die saadische Anlage einmal war. Das Areal teilt sich auf in Wasserbecken und tiefergelegene Gärten. Besonders schön fanden wir die viele Orangebäume, die einen unglaublichen Duft aussenden. Über eine kleine Terrasse lässt sich der Palast und auch Teile der Stadt sehr schön überblicken. Mit weniger als einem Euro Eintritt ist es einen kleinen Rundgang allemal wert.

OURIKA VALLEY

Das Ourika-Tal liegt etwa 65 Kilometer außerhalb von Marrakech am Rande des Atlas-Gebirges. Das Tal ist nicht nur durch seine dunkelroten Berge bekannt, sondern vor allem wegen der vielen Wasserfälle, die man bei einem Aufstieg erkunden kann. Wir haben uns für den Tag über das Hotel einen Fahrer gemietet, der uns vom Hotel bis zum Aufstiegspunkt gefahren hat. Lasst euch keine Stops unterwegs aufschwätzen, das sind alles nur Touristenfallen, in denen ihr Arganöl kaufen sollt – sehr unangenehm. Daher eine klare Ansage machen, dass ihr direkt zum Wasserfall-Aufstieg gehen möchtet.

Für den Aufstieg empfehlen wir festes Schuhwerk und bequeme Kleidung, wie eine Strechjeans. Eine unserer Mädels hat den Aufstieg in Birkenstock gemeistert, wovon wir zwar beeindruckt waren, was wir aber nicht empfehlen können. Ihr müsst durchaus mal einen Schritt ins Wasser machen, auf glitschige Felsen springen oder über wacklige und marode Brücken balancieren. Der Aufstieg ist teilweise wegen der steilen Treppenstufen anstrengend, aber auch für untrainierte Leute wie mich absolut machbar – ihr könnt euch ja Zeit lassen.

Bis zum ersten großen Wasserfall und zurück braucht ihr etwa 1,5 Stunden mit kleinen Pausen und Verweilzeit. Wir haben uns dann entschlossen, nach dem ersten großen Wasserfall umzukehren, da der weitere Aufstieg über eine Holzleiter und eine ultrasteile Felswand nötig gewesen wäre. Da hat mein deutsches Sicherheitshirn dann doch Alarm geschlagen.

Unser Tipp: Ihr werdet bei Ankunft förmlich von Guides belagert, die euch gegen Geld die Strecke nach oben führen möchten. Wimmelt sie ab. Ihr braucht keinen Guide. Es gibt dort genügend Gruppen, denen ihr für den Weg hinterherlaufen könnt. Euer Fahrer wird euch wegen der schlechten Straßen etwas unterhalb des Aufstiegsweges aussteigen lassen – nach wenigen hundert Metern zu Fuß solltet ihr dann einfach den Fluss über eine der Holzbrücken überqueren und euch dann immer richtung “hoch” bewegen. Ihr werdet recht schnell auf den richtigen Pfad kommen und dann gibt es sowieso nur noch einen Weg. Spart euch den Guide und erkundet alleine die Gegend!

LE JARDIN SECRET

Mitten in der Altstadt findet ihr den Jardin Secret, der – wie der Name sagt – ein ehemals geheimer Garten ist. Hier könnt ihr euch gegen Eintritt eine Auszeit aus dem Trubel der Stadt gönnen. Zwischen Pflanzen aus 5 Kontinenten und inmitten der orientalischen Symmetrie kann man hier kurzzeitig die Seele baumeln lassen, zum Beispiel auch mit einem Getränk aus dem hiesigen Café.

LE JARDIN MAJORELLE

Der Jardin Majorelle ist ein hübscher botanischer Garten etwas außerhalb der Medina. Er wurde vom französischen Maler Jacques Majorelle gegründet und im Jahre 1980 von Designer Yves Saint Laurent zur Erhaltung gekauft. Im Garten findet ihr Pflanzenarten von allen fünf Kontintenten, meistens sind es gigantische und eindrucksvolle Kakteen. Die strahlend blaue Villa mitten im Garten war der Rückzugsort des Designers – verständlicherweise. Mit den türkisen Säulen aus geschnitztem Holz auf der Veranda hat man einen idyllischen Blick auf den Kakteengarten mit etwas Wasser im Hintergrund. Aus guten Gründen sind die bekanntesten Bilder des Gartens alles mit Blick von der Veranda geschossen worden. Auch hier empfehlen wir euch wieder, bei Öffnung des Parks um 8 Uhr vor Ort zu sein, um den Menschenmassen ausweichen zu können. Wir sind zum Beispiel gleich morgens nach dem Aufstehen zum Jardin Majorelle spaziert und haben erst danach gemütlich im Hotel gefrühstückt.

SAADIEN TOMBS

Auch den Saaditen-Gräbern haben wir einen Besuch abgestattet. Das muss wohl die schönste Grabstätte der Welt sein – als Teil des UNESCO-Welterbes gelten sie gleichzeitig als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In direktem Anschluss an die Kasbah-Moschee findet ihr den Eingang zu den Grabstätten. Hier ist es wunderbar ruhig. Wie in fast allen Sehenswürdigkeiten Marrakeschs finde ihr auch hier wieder aufwändige Schnitzereien in Holz, sowie bunte Mosaikfliesen, die die Grabstätten schmücken. Besonders eindrucksvoll und schön anzuschauen sind dabei die Gräber der Sultanfamilien, die in Mausoleen untergebracht sind. Allemal einen Besuch wert!

FOOD & DRINKS

Auch zum Thema Essen und Trinken wird es einen eigenen Betrag geben, denn es war unfassbar lecker – überall in der Stadt gibt es schmackhafte Speisen und frische Getränke, die ihr unbedingt probieren wollt. Unsere Empfehlungen aus unseren Urlauben in der marokkanischen Stadt findet ihr dann demnächst in einem separaten Beitrag.

Auch die ehemalige Koranschule Ben Yousef Madrasa hätten wir gerne besichtigt, allerdings befindet sich diese seit Oktober 2017 für etwa drei Jahre in Renovierung, sodass zu unserem Besuchszeitpunkt leider nicht einmal Teile des Gebäudes zur Besichtigung geöffnet waren. Aber das ist ja dann nur umso mehr Grund, wieder einmal nach Marrakech zu reisen und in 1001 Nacht einzutauchen!

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