#DERSONGALS

I was alone – sitting on the steps outside your door. You weren’t home – hell I’ve been through this too many times before. 

Ich
erinnere mich noch sehr genau, wie es war. Ich war frustriert. Weil ich nicht
beeinflussen konnte, was ich ändern wollte. Ich konnte der Person nicht sagen
‚Finde mich jetzt sofort toll!‘ – denn so funktioniert das nun mal nicht.

You built me up, you made me believe, that I was the only one you’d ever need. And now I’m sitting here and nobody cares but me.


Ich
erinnere mich an meine Freundin, die ich wachrütteln wollte. ‚Iss jetzt endlich
was!‘ dachte ich mir und schrie innerlich. Denn ich sah, wie sie sich kaputt
machte und zu einem anderen Menschen wurde. Ich redete auf sie ein und
versuchte, ihr begreiflich zu machen, was passiert. Aber man kann das Leben und
die Denkweise des anderen nicht beeinflussen. 

You’re bringing me down – now you got me on me knees. Now I’m out here in the cold, with just my own hands to hold. Where are you?

Ich
erinnere mich an meine Hilflosigkeit weil ich hoffte, dass sich mein Weg ändern
würde. Dass ich in eine bessere Richtung gehen würde, dass sich alles zum Guten
wenden würde. Ich hoffte, dass man mir ein Licht anknipst und dass ich schnell
bessere Zeiten erleben würde.
It’s time that we break free – stop bringing me down!

Ich schwinge mich auf den Pferderücken, stecke mir Kopfhörer ins Ohr und lasse
die Playlist per Zufall laufen. Ohne viel auf die Umgebung zu achten, reite ich
los und so trotten wir vor uns hin. Ich achte auf nichts um mich herum, alles
ist mir irgendwie egal. Weil ich doch eh nur ein kleiner Mensch bin, in der
großen Welt. So trotten wir weiter. Die ersten Töne von Sara Haze’s ‚My Own Hands to Hold‘ erklingen, als ich die ersten Trabritte hinter mich gebracht habe.
Ich werde wacher, lausche dem Text. Kurz vor dem Refrain bin ich an einer
lichteren Stelle angekommen und ein langer Feldweg erstreckt sich vor mir und
meinem Pferd. Zeitgleich zum Refrain galoppieren wir los. Der Wind pfeifft mir
um die Ohren – ‚Stop bringing me down!‘. Ich spüre die Kraft des
Pferdes unter mir, als wir über den Weg preschen. ‚Just my Own Hands to Hold‘. Es kommt mir vor, wie eine Unendlichkeit, bevor wir wieder in
den Schritt zurückfallen. Ich atme durch und plötzlich ist mir alles klar. 

Ich
kann andere nicht beeinflussen. Ich kann sie nicht ändern. Ich muss aufhören,
frustriert zu sein, dass ich nichts ändern kann. In diesem Moment, als ich
dieses Lied gehört habe und in dieser Situation steckte, begriff ich es
plötzlich. Dass ich Sachen loslassen muss, die nicht in meiner Hand liegen. Dass sie ihren Lauf nehmen werden,
wie das Schicksal es will. Dass ich meine Freundin nicht vor ihrer Magersucht
bewahren konnte, dass ich aber da sein konnte, wenn sie es begriff. Dass alles
so kommen wird, wie es kommen muss und dass ich mich damit abfinden muss. Die
Dinge hinnehmen. Nicht gleichgültig – aber gelassen. Sara Haze’s My Own Hands to Hold ist #DerSongAls ich verstand,
dass ich nur frei sein kann, wenn ich lerne, loszulassen. 
Eine
sehr persönliche Geschichte, die vielleicht nicht jeder versteht. Und
rüberzubringen, was in diesem Moment passiert ist, als ich ganz alleine mit
meinem Pferd auf dem endlosen Feldweg galoppierte und mir die Musik in den
Ohren dröhnte, ist unglaublich schwierig. Aber für mich ist das Gefühl von
damals, diese Einsicht, die meine Einstellung zu so vielen Dingen geändert hat,
sofort wieder präsent, sobald ich nur die ersten Klänge des Liedes höre.

Als Spotify mich fragte, ob ich auch so einen Song habe, nämlich #DerSongAls, bei dem ich sofort ein
Bild vor Augen habe und dass mich in einen Moment zurückholt und ein Gefühl
hervorruft, habe ich sofort an diesen Augenblick gedacht. Ich habe sehr viele
solcher Momente – aber dieser war besonders einprägsam. Habt ihr auch solche
Momente? Gibt es für euch auch #DerSongAls? Dann könnt ihr eure Story hier erzählen! 

brought to you via Glam

Facebook // Instagram // Twitter

5 Kommentare

  1. Oktober 8, 2014 / 8:30 am

    Ein wunder-,wunderbarer Text! Ich finde, dass du es wahnsinnig gut rübergebracht hast, so dass man sich ein kleines bisschen in den Moment versetzen konnte! Gleichzeitig sagt dein Text etwas ganz wichtiges aus, so empfinde ich es zumindest. Er zeigt wie wichtig das Loslassen für einen selbst manchmal ist. Und den Teil hast du, in meinen Augen, ganz besonders toll umschrieben.
    Danke, für diesen wunderbaren Text/diese wunderbare Geschichte und dass du das mit uns teilst!

  2. Oktober 8, 2014 / 9:30 am

    Ehrlich gesagt finde ich, dass du das wirklich toll rübergebracht hast. Es ist schwer solche tiefen, persönlichen Situationen für andere nachvollziehbar zu beschreiben, aber dir ist das doch wirklich gut gelungen 🙂

    Finde die Aktion mit dem Song übrigens cool, hör ich grad zum ersten Mal von 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

  3. Oktober 8, 2014 / 12:25 pm

    Danke für den schönen Text und danke, dass du den so persönlichen Moment teilst.

    Alles Liebe,
    Ines

  4. Oktober 8, 2014 / 12:41 pm

    Sehr schön geschrieben liebe Lena. Und so wahr. Momentan klammer ich mich auch wieder an etwas, was gar nicht "zur mir" gehört. Loslassen ist manchmal gar nicht so einfach. Danke für den Gedankenanstoß. LG Julia

  5. Oktober 8, 2014 / 2:05 pm

    Sehr schön und inspirierend geschrieben Lena. Wunderschön!
    Loslassen ist auch für mich das schwierigste auf dieser Welt und ich bin immer noch daran, es zu lernen.
    Danke für diesen Text!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.