LÖWENHERZ LIEBT: MILLIONS OF MOMENTS

Eine Bucket-List. Eine 100-Things-To-Do-Liste. Bestenfalls zählt auch eine To Do-Liste, die abgehakt werden möchte. Wir haben immer wieder so viele Dinge vor – gewollt, aber auch gezwungenermaßen – und drücken uns doch so oft drum herum. Über das Phänomen der Prokrastination eines Bloggers habe ich euch ja bereits kurz nach Weihnachten berichtet – mit dem Ergebnis, dass die Dinge doch irgendwann erledigt werden müssen. Der Mensch ist nunmal ein faules Gewohnheitstier und es ist einfacher Das müsste ich mal wieder machen! zu sagen, als Das mache ich jetzt!
Umso schöner finde ich den Post von Ricarda, den sie heute für euch geschrieben hat. Sie hat es nämlich getan: Dinge mal wieder gemacht. Und das ganze fotografisch festgehalten. Neben tollen Fotografien aus ihrem Alltag (und der ein oder anderen besonderen Begebenheit) lohnt es sich bei Ricarda vor allem die gewitzten Texte zu lesen. Hat man damit mal begonnen, wundert man sich nicht mehr, dass sie Germanistik studieren möchte. Schaut euch selbst um: MILLIONS OF MOMENTS.
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Today, I’d like to introduce Ricarda. She’s a hobby photographer and writes hilarious texts. For my readers, she writes about some things that she always told herself to do again sometime….

Das müsste man eigentlich mal wieder machen!“
Diesen Gedanken denke ich häufig. (Häufig = mehrfach täglich) Mal, wenn das Chaos im Kleiderschrank so horrende Ausmaße annimmt, dass der Gedanke ans Aufräumen nicht zu ignorieren ist, sondern in fetten, bedrohlichen, schwarzen Lettern vor dem inneren Auge aufblinkt. Mal beim Anblick von Schwimmhallen, Sportschuhen, Poetry Slam-Plakaten, Tapasbars, Backbüchern oder meinen unlackierten Fußnägeln.

Sich in den Zug setzen und eine andere Stadt besuchen
Ich wohne in einer grauen – mit grauenvoller Architektur gesegneten – Landeshauptstadt, deren Zara-Filiale schon vor Jahren Geschäften, die Plastikstiefel für 10 Euro verkaufen und damit scheinbar ganz gut den Zeitgeist treffen, weichen musste. Montagmorgen stand ich am Bahnhof und schloss die Augen. Eine Stunde und acht Minuten später war ich in Lübeck, wo ich mich über eine heiße Schokolade, eine un-überlaufene Zara-Filiale (und ein sommerliches Schnäppchen für acht Euro!) sowie hübsche Fotomotive in Altstadtgassen freute.

Die eigene Stadt bis in die unscheinbarsten Gassen hinein erkunden
Die Flucht aus der Heimatstadt kostet Geld (insbesondere, wenn man auf Züge der Deutschen Bahn angewiesen ist). Und Zeit. Und auch Motivation, über die man nicht jeden Tag verfügt. Deswegen sind auch manchmal das Fahrrad und Entdeckungslust, die sich auf die Heimatstadt projiziert, angemessene Alternativen.

Mal wieder Kind sein. Oder zumindest ein wenig kindisch.

Auf meinem Blog habe ich ja bereits die eher unspektakuläre Geschichte, wie ich zu meinem halbmondförmigen Heliumluftballon kam, in große Worte gehüllt. Noch heute hängt er an meiner Schneiderpuppe – und ich muss sagen, er hat mir die letzten Wochen („letzte Wochen“ = Synonym für „Abiturstress“) so einige Male ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und mich daran erinnert, doch nicht alles so ernst zu nehmen. Für so viel Trost, Energie und Zuversicht (und das in Form der Nachbildung eines Himmelkörpers) habe ich die unverschämten 9 Euro gerne investiert!

Ein Kompliment machen.
Egal, ob für die tollen Stiefel oder für die Fähigkeit, verdammt gut argumentieren oder mit Lidschatten umgehen zu können.
Das ist ein ernsthaftes Vorhaben, an das ich mich immer wieder erinnern muss. Oft fallen mir positive Dinge an Leuten auf – sowohl Eigenschaften und Taten als auch eher modische Details – doch meist, werde ich mir erst im Nachhinein dieser Dinge bewusst. Das muss sich ändern! Von einem lieben Kompliment hat man schließlich oft mehr als von einer Tafel Schokolade (und besser für die Figur ist es sowieso!) und es kann sich aus so wenigen Worten zusammensetzen. Nur zwei von zweitausend Gründen, öfter mal nette Sätze zu verteilen.

Sich wieder einmal an einem DIY probieren
Diese Papierschmetterlinge aus einem alten Lexikon, habe ich schon vor Monaten gebastelt. Eigentlich war es geplant, diese zu einem Mobile weiterzuverarbeiten. Eigentlich. Denn dann kam der Abiturstress und unpassenderweise auch noch eine Phase, in der ich meine Kreativität komplett ins Schreiben investierte. Macht nichts. Weggeflogen sind sie ja noch nicht. Wenn ich am nächsten Sonntag nichts anderes vorhabe …

12 Kommentare

  1. Lisa
    April 2, 2013 / 6:10 pm

    super süße Bilder (:

    • Anonym
      April 2, 2013 / 6:40 pm

      Ok,du hast den Text nicht gelesen!

  2. April 2, 2013 / 8:05 pm

    "Ich müsste mal wieder…" und "Eigentlich sollte ich…" kenne ich nur zu gut! Ich selbst arbeite & bin meistens nicht vor 18 Uhr zu Hause. Da ist die Motivation natürlich auch nicht mehr die dollste & will sich am liebsten bei einem Gläschen Wein & einem Film auf die Couch packen. Aber meinem inneren Schweinehung habe ich jetzt den Kampf angesagt & versuche meine To-Do-Liste weitestgehend abzuarbeiten.

    Deine Idee mit dem Kompliment finde ich wirklich gut! Das werde ich auch machen :). Denn, ein Kompliment tut ja niemanden weh, puscht bei beiden das Selbstbewusstsein & vielleicht kommt ja auch mal eins zurück? 😉

    Liebe Grüße
    Frollein Schoko

  3. April 2, 2013 / 8:11 pm

    Hast du wirklich schön geschrieben und die Bilder passen perfekt!

    Liebste Grüsse
    kitty.

  4. April 2, 2013 / 8:32 pm

    Oh Lübeck, wie ich es liebe <3

  5. April 2, 2013 / 9:16 pm

    Ui vielen Dank für den Tipp! Wandert direkt auf meine Leseliste 🙂

  6. April 3, 2013 / 9:53 am

    Oh Lena, genau das gleiche dachte ich letztens auch! Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu tun und man nimmt sich so selten die Zeit dafür. Die Idee mit der neuen Stadt gefällt mir – ohne Zug, aber mit Auto werde ich auch mal den Weg antreten. Danke für die tolle Idee!

  7. April 4, 2013 / 1:22 pm

    Genau so ging es mir letzte Woche auch! Nach Lübeck zu fahren ist eine super Idee. Das mache ich nächstes mal auch! Danke für die Anregung und die tollen Bilder 🙂

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